de

Teilnahme an der Vernehmlassung

Mit jeder technologischen Transformation sind nicht nur erwünschte Verbesserungen, sondern auch unintendierte negative/unerwünschte Folgewirkungen (für viele Teile der Gesellschaft) verbunden. Dies gilt auch für die digitale Transformation und die Nutzung von digitalen Daten.

Downloads zur Vernehmlassung

Bereich 1 Soziale Medien und Werte (VR05)
Bereich 2 KMU (VR03)
Bereich 3 Gesundheit (VR02)
Bereich 4 Mobilität (VR01)
Bereich 5 Cybercrime (VR07)
Bereich 6 Landwirtschaft (VR04)
Bereich 7 Vertrauensvolle Kommunikation (VR06)

Im Projekt DiDaT wurden in einem 2-jährigen Prozess sozialrobuste Orientierungen für einen Umgang mit unerwünschten negativen (Neben-)Wirkungen der Nutzung digitaler Daten (die wir mit dem englischen Akronym Unseens: „Unintended Side Effects“ benennen) erarbeitet. In dem Projekt haben 73 PraktikerInnen und 65 WissenschaftlerInnen an Ursachen, Zielen und Maßnahmen für den Umgang mit diesen Unseens in sieben Auswirkungsräumen gearbeitet und Orientierungen für diese erarbeitet.

Ihre Aufgabe in dieser Vernehmlassung besteht darin, für ein Kapitel des Weißbuches (ca. 5000 Worte) Rückmeldungen zu geben. Ihre Rückmeldungen werden in einem Diskussionsforum aller Teilnehmer Eingang finden. Mit der Vernehmlassung soll das Spektrum unterschiedlicher Sichtweisen auf die Unseens erfasst werden. Ziel ist es, bei einem Verständnis von Ursachen und Zielkonflikten beim Umgang mit den Unseens Orientierungen, Wegweiser und Leitplanken für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Daten zu geben. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe – Ihr Wissen und Ihre Erfahrung. Das von Ihnen begutachtete Material (WBK/SIs) wird dann nach einem Diskussionsforum unter den genannten Aspekten überarbeitet.

Hier geht es zur Teilnahme an der Vernehmlassung via E-Mitwirkung.

Digitale Daten als Gegenstand eines transdisziplinären Prozesses (DiDaT)

Transdisziplinäres Projekt erforscht unbeabsichtigte Nebenwirkungen der Digitalisierung

Die Digitalisierung verändert unser Leben. Sie schafft allerdings nicht nur gewünschte Produkte, neue Chancen und Dienstleistungen, sondern hat auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen. Die neuen Möglichkeitsräume, aber auch die unerwünschten Folgen sind das Forschungsthema des Projektes „Verantwortungsvolle Nutzung digitaler Daten als Gegenstand eines transdisziplinären Prozesses“ (DiDaT). Es hat zum Ziel, Nebenwirkungen zu identifizieren, zu analysieren und dazu Gestaltungsvorschläge zu erarbeiten. Ende März kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis zu einer Auftaktveranstaltung in Potsdam zusammen, um Schwerpunkte zu definieren und erste Lösungsansätze zu skizzieren.

„Von diesem Projekt wird mehr erwartet als Forschung: DiDaT ist ein transdisziplinäres Projekt, das Wissen aus der Praxis und der Wissenschaft integriert. Das Ziel besteht darin, Orientierungen für die Gesellschaft zu entwickeln, wie wir verantwortungsvoll mit digitalen Daten umgehen können“, erläutert Roland Scholz, Professor an der Donau-Universität Krems und Affiliate Scholar am IASS Potsdam. Er leitet das Projekt gemeinsam mit IASS-Direktor Ortwin Renn.

Als ersten Schritt identifizierten die Mitwirkenden in den vergangenen Monaten die wichtigsten Möglicvhkeitsräume, aber auch die noch zu wenig beachteten Risiken der Digitalisierung. Diese so genannten Vulnerabilitäten wollen sie in sieben Arbeitsgruppen erforschen:

  1. Mobilität: Digitalisierung und Vernetzung verändern die Technologien für Fahrzeuge und Infrastruktur und ermöglichen neue Marktstrukturen. Welche Rahmenbedingungen und Anreize sind förderlich, um soziale, ökonomische und ökologische Zielsetzungen der Digitalisierung des Verkehrssektors in Einklang zu bringen? Wie könnte eine nationale digitale Infrastrukturdatenbank die digitale Mobilität unterstützen?
  2. Gesundheit: Patienten und Patientinnen können von der Digitalisierung und Verfügbarkeit von Daten sehr profitieren. Aber welche negativen Auswirkungen kann die Digitalisierung auf den Gesundheitsbetrieb haben und wie verhindert man diese?
  3. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU): Kleine und mittlere Unternehmen haben oft weniger Zugang zu Daten als große Unternehmen, die selbst Daten sammeln, nutzen und kostenpflichtig bereitstellen. Wie können KMU in der digitalisierten Arbeitswelt neben den großen Konzernen bestehen? Welche Maßnahmen und Innovationen sind hier in welchen Bereichen anzustreben?
  4. Landwirtschaft: Im Agrarsektor ist die Digitalisierung schon weit fortgeschritten. Sie hat ein großes Potenzial, aber birgt auch Gefahren, zum Beispiel, wenn sich Digitalisierungsstrategien nur auf das Modell der landwirtschaftlichen Großbetriebe beziehen. Wie lassen sich negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Beschäftigten vermeiden?
  5. Soziale Medien und Werte: Soziale Medien haben in kurzer Zeit großen Einfluss auf Kommunikation, Marketing und demokratische Prozesse genommen. Sie lenken das Verhalten von Menschen und beeinflussen deren Wohlbefinden. Die Arbeitsgruppe legt ihren Schwerpunkt zum einen auf die positiven und negativen Folgen der Nutzung des Internets in verschiedenen Bereichen. Zum anderen behandelt sie die Folgen „personalisierter Informationen“ auf die Kommunikation, auch unter dem Gesichtspunkt der Erhaltung der Diskursfähigkeit als Voraussetzung von Demokratie.
  6. Vertrauenswürdigkeit von Informationen im digitalen Raum: Die breite Verfügbarkeit von Werkzeugen zur Fälschung von Informationen und die zunehmende Verlagerung unserer Kommunikation in den digitalen Raum stellen gewohnte Formen unseres Zusammenlebens in Frage. Welche technologischen und verhaltensbezogenen Innovationen können einen faktenbasierten gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Diskurs ermöglichen?
  7. Cybercrime/Cybersecurity: Die Nutzung digitaler Systeme erleichtert Straftaten oder ermöglicht diese erst. Sie stellt daher eine zunehmende Herausforderung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung dar. Ist der derzeitige Rechts- und Organisationsrahmen geeignet, die Gesellschaft auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten?
Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn
Wissenschaftlicher Projektleiter IASS Potsdam
Prof. Dr. Roland Scholz
Wissenschaftlicher Projektleiter und Verbundkoordinator DiDaT
Dirk Marx
BTU Cottbus
Verena van Zyl-Bulitta
IASS Potsdam

Wichtige Dokumente

Broschüren / Brochures

DiDaT Brochure in German / in English
Short brochure
German (03/20) / in English (03/20)

 

Konzeptpapiere zum Weißbuch /
Concept papers for the white book

Konzeptskizzen zu den Vulnerabilitätsräumen German
Booklet der Grobpläne German
Booklet der Feinpläne zur 2. Stakeholderkonferenz German
SMEs, digitalization and digital data (English)

 

Newsletter

DiDaT-Newsletter 01
in German / in English
DiDaT-Newsletter 02
in German / in English
DiDaT-Newsletter 03
in German / in English
DiDaT-Newsletter 04
in German / in English

2. DiDaT Stakeholder Konferenz

22.01.2020

Das hauptsächliche Anliegen des DiDaT-Projekts ist es, einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Daten in einem transdisziplinären Prozess zu entwickeln. Bei der 2. DiDaT Stakeholder Konferenz werden rund 100 Vertreter aus Wissenschaft und Praxis unter anderem die Feinpläne für die sieben DiDaT-Vulnerabilitätsräume, die für die Hauptphase des Projektes wichtige Vertiefungsforschung und die Angemessenheit der Besetzung der Wissenschaftler- und Praktikerbank diskutieren.

Zudem werden erste Orientierungen für einen verantwortungsvollem Umgang mit digitalen Daten vorgestellt, welche in der Hauptphase ausgearbeitet und begründet werden und den Kern des Weißbuches darstellen. Ferner werden Mitglieder des DiDaT-Steeringboards Stellungnahmen zu zu bearbeitenden Defiziten einiger Vulnerabilitätsräume und erste Gedanken zu einer Ausrichtung der Hauptbotschaft von DiDaT abgeben.

Copyright IASS DiDaT 2020. All Rights Reserved.